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OZ | Ostsee-Update - Steilküsten in MV bröckeln - Häuser am Kliff in Gefahr

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OZ | Ostsee-Update
Liebe Leserinnen und liebe Leser,
sie sind bei Urlaubern wie Einheimischen beliebt - die imposanten Steilküsten in Mecklenburg-Vorpommern, die hoch über der Ostsee fantastische Ausblicke bieten. Wer hier nah am Kliff aber vor Jahren ein Haus gebaut oder bezogen hat, für den kann das Meer gerade im stürmischen Februar auch bedrohlich wirken. Denn das Wasser nagt an den Steilküsten und kämpft sich an einigen Orten Meter um Meter voran in den Hang.
Mein Kollege Michael Meyer hat in der Nähe von Rerik Familie Roeder besucht und von ihren Ängsten um ihr Zuhause erfahren. Hier in Meschendorf kämpft ein ganzes Dorf buchstäblich darum, nicht in die Ostsee zu stürzen. Auch in Mukran auf Rügen stehen etliche Häuser und Datschen nahe der Kliffkante. Unsere Insel-Redaktionsleiterin Anne Ziebarth schildert, wie die Anwohner dort der Situation begegnen und was die zuständigen Behörden dazu sagen.
Einige hundert Meter von der Ostsee entfernt und zudem noch auf dem Glienberg (der mit 33 Metern höchsten Erhebung des Ortes) stehen die Ruinen des ehemaligen Steinfurth-Heimes in Zinnowitz auf Usedom. Dort planen Investoren nun, 300 Wohnungen zu bauen, und später zu verkaufen - für Urlauber und Einheimische. Wir haben für Sie aufgeschrieben, wie weit der Stand des Verfahrens ist und wie teuer Quartiere dort werden könnten.
Noch sind Winterferien in MV und da suchen Urlauber wie Einheimische nach schönen Ausflugszielen. Ein Tipp könnte Rügens “kleine Schwester” Ummanz sein, die über einen 200-Meter-Damm mit der größeren Insel verbunden ist. Direkt am Strom hat Andrea Köster, eine der engsten politischen Vertrauten von Ex-Kanzlerin Angela Merkel, nun ihr eigenes Restaurant eröffnet. Die 62-Jährige, einst eine der einflussreichsten Kommunalpolitikerinnen Vorpommerns, hat beruflich noch mal umgesattelt und lebt mit ihrer Gaststätte am Wasser nun ihren Traum, wie sie uns erzählt hat.
Ich wünsche Ihnen auch ein traumhaftes WochenendeHerzlichst
Ihr Alexander Loew
Leitender Redakteur

Königsstuhl auf Rügen bald für immer gesperrt

(Quelle: OZ)
(Quelle: OZ)
Die Bauarbeiten für die neue Aussichtsplattform „Königsweg“ gehen voran. Der Zugang zum „alten“ Königsstuhl wird sehr bald für immer gesperrt sein. Deshalb kamen am Wochenende viele Besucher in den Nationalpark und wollten Abschied nehmen – sie kamen mit vielen Erinnerungen.
Sassnitz. Das sonnige und leicht böige Wetter lockte am Wochenende zahlreiche Besucher auf den Königsstuhl. Sie standen am Zaun rund zwei Meter vor dem Abgrund und verfolgten die Schiffe auf der Ostsee und in knapp 100 Metern Höhe, wie die Wellen das Land trafen. Selbst der kilometerweit entfernte Windpark war am Horizont zu erkennen. Viele von ihnen reisten aber nicht wegen der Aussicht in den Nationalpark Jasmund. Sie wollten Abschied nehmen – und kamen mit vielen Erinnerungen.
Auf dem Gelände des Nationalparkzentrums Königsstuhl gehen die Arbeiten für die neue Aussichtsplattform „Königsweg“ voran. Wenn die Montagearbeiten beginnen, wird der jetzige Zugang zum Königsstuhl, wie angekündigt, für immer gesperrt sein. Wer seinen Fuß noch einmal auf dieses Rügener Wahrzeichen setzen möchte, sollte sich also beeilen: Das wird nur noch wenige Tage möglich sein.
Musik zum Abschied
„Die Gedanken sind frei“ – schon von Weitem konnten die Besucher am Königsstuhl das bekannte Volkslied hören, das Blasmusiker auf der Plattform spielten. Musiker der Kantorei St. Marien aus Bergen machten sich auf den Weg in den Nationalpark und packten ihre Instrumente aus.
Eine spontane Aktion, wie Manfred Krentz sagt. „Wir hatten eine Wanderung mit musikalischer Begleitung geplant und uns für den Königsstuhl entschieden. Mit der Musik haben wir uns von der Aussichtsplattform verabschiedet.“ Wanderer, die gerade angekommen sind, freuten sich über diese Abwechslung.
Zuletzt im Jahr 1967 am Königsstuhl
Fasziniert vom Königsstuhl sind Sandra und Marco Kiesche aus Nuthe-Urstromtal (Brandenburg). Mal sind sie im Urlaub mit dem Fahrrad im Nationalpark unterwegs oder, wie an diesem Februartag, zu Fuß und mit Wanderrucksack. Auch er kann sich daran erinnern, wie er zu DDR-Zeiten Urlaub auf einem Zeltplatz auf der Insel verbrachte und als Kind mit dem Trabant bis zum Fuß des Königsstuhls gefahren wurde.
„Wir haben bei unserem Besuch vor drei Jahren schon gesehen, was geplant ist und haben erfahren, dass wir nur noch wenige Möglichkeiten haben, die Aussichtsplattform zu sehen“, sagt er. „Es ist beeindruckend, wenn man angekommen ist und den freien Blick auf die Ostsee genießen kann“, ergänzt seine Frau.
Nur noch wenige Erinnerungen von damals hat Cordula Mittag aus Seehausen (Sachsen-Anhalt), die sich zusammen mit ihrem Partner Detlef Radzuweit den Wind um die Nase wehen ließ und dabei minutenlang aufs Wasser starrte. Sie war noch ein Kind, als sie als Siebtklässlerin im Jahr 1967 eine Klassenfahrt nach Rügen machte und dabei auch den Königsstuhl zum ersten Mal sah. „Es hat sich viel verändert, das fängt schon bei der Zuwegung an. Aber es ist schön, wieder hier zu sein. Wir sind extra deswegen hergekommen, weil wir die Aussichtsplattform noch einmal sehen wollten.“
Nationalparkzentrum feiert Abschied
Kürzlich vermeldete der Leiter des Nationalparkzentrums, dass der Besuch am Königsstuhl nur noch bis Ende Februar möglich sei. Gute Nachrichten für diejenigen, für die ein Besuch in den nächsten Wochen nicht möglich ist, kommen nun von Marketingleiterin Gesine Häfner. „Die Arbeiten auf der Baustelle lassen es zu, dass wir die Aussichtsplattform noch bis in den April hinein geöffnet lassen können“, sagt sie.
Zwei Wochen vor der Schließung möchte das Nationalparkzentrum dann eine Aktion für die Besucher starten. Zum einen wird aus Stahl die Silhouette des Caspar-David-Friedrich-Gemäldes „Wanderer im Nebelmeer“ zu sehen sein, zum anderen eine Steinschnecke gelegt werden. Gesammelt werden zudem die Erinnerungen der Gäste, die in irgendeiner Form veröffentlicht werden sollen.
Von Mathias Otto
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Neue Attraktion am Strand: Börgerende bekommt eine Tauchbasis

(Quelle: privat)
(Quelle: privat)
Das „Blue Life Center“ aus Rostock möchte am Campingplatz eine Tauchbasis errichten. Gemeinde und Umweltamt befürworten das Vorhaben. Die Eröffnung ist in der Saison 2023 geplant.
Börgerende. Im Sommer kommenden Jahres könnte der Strand von Börgerende um eine Attraktion reicher sein. Denn das „Blue Life Center“ aus Rostock, die renommierte Tauchschule der Hansestadt, möchte zwischen dem Sandparkplatz am Campingplatz und dem Volleyballfeld eine Tauchbasis errichten. „Das ist das tollste Revier überhaupt und der ultimative Tauch-Spot an unserer Küste“, schwärmt Inhaber Martin Flietel. „Was sich da unter Wasser abspielt, ist der absolute Wahnsinn.“ Nach einem schmalen Streifen Steinfelder eröffneten sich den Tauchern „gigantische Seegras-Wiesen und viele Mergelschichten – wie kleine Canyons, in denen eine Menge weiterer Pflanzen und Fische zu finden sind“.
Flietel weiß, wovon er spricht – ist er doch vor Börgerendes Küste schon oft auf Tauchstation gegangen. „Ich würde hier gern auch in Kooperation mit dem Campingplatz einiges entwickeln“, macht der Geschäftsführer deutlich. „Denn so viele Angebote für den Freizeittourismus gibt es an diesem Standort ja noch nicht.“ Einen ersten wichtigen Schritt ist Flietel bereits gegangen: „Das Land, auf dem die Tauchbasis entstehen soll, ist in Privatbesitz – aber der Eigentümer will das Vorhaben ebenfalls unterstützen.“
Info-Tafel sollen über heimische Natur aufklären
Dabei solle das künftige Angebot nicht nur aus reinen Tauchstunden bestehen, macht Martin Flietel deutlich: „Wir wollen auch Schwimmkurse und weitere Wassersportarten wie etwa Stand-up-Paddling anbieten – aber natürlich alles ohne Motor.“ Ein weiteres Anliegen: „Es ist uns auch wichtig, über die Verschmutzung der Weltmeere aufzuklären, den Besuchern auf Info-Tafeln die heimische Natur näherzubringen und die Ostsee aktiv zu schützen.“
Umweltamt befürwortet das Vorhaben
Damit am Börgerender Strand wie geplant eine Tauchbasis entstehen kann, müsse zunächst ein entsprechender Bauantrag gestellt werden, erklärt Flietel: „Durch die Gestaltung mit holzbeplankten Containern und einem Gründach integriert sich die Basis nach meiner Auffassung perfekt in die dortige Grünanlage – das Staatliche Amt für Umwelt und Natur Mittleres Mecklenburg ist jedenfalls schon mal auf meiner Seite.“ Auch Sträucher oder Bäume würden für das Vorhaben nicht gefällt, stellt Flietel klar und lacht: „Sowas kommt für mich nicht infrage – ich bin doch selbst ein Naturbursche.“
Um etwaige Ausgleichsmaßnahmen aufgrund von Eingriffen in die Natur werde er sich nach Rücksprache mit der Gemeinde kümmern, verspricht der „Blue Life Center“-Geschäftsführer: „Im nächsten Schritt müssen wir jetzt Lösungen für Strom, Wasser und Abwasser finden – darüber hinaus soll vor Ort ein Toilettenhäuschen entstehen.“
Dass er schon in diesem Sommer seine Tauchbasis in Börgerende eröffnen kann, hält Martin Flietel für nicht realistisch: „Aber ich würde furchtbar gern zur Saison 2023 starten.“
Von Lennart Plottke
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„Haus der Erholung“ in Ahlbeck: Wie geht es weiter mit dem Bau an der Promenade?

Die Heringsdorfer Gemeindevertreter sind sich einig: Das „Haus der Erholung“ in Ahlbeck soll erhalten bleiben. Kürzlich haben sie einen einstimmigen Grundsatzbeschluss dazu gefasst. Jetzt beginnen die richtigen Planungen. Was mit dem Haus direkt an der Promenade passieren soll.
Ahlbeck. Diese Entscheidung hat doch glatt auch Heringsdorfs Bürgermeisterin Laura Isabelle Marisken (parteilos) richtig positiv überrascht: Der Grundsatzbeschluss zum Haus der Erholung (HdE) an der Promenade in Ahlbeck wurde in der vergangenen Woche durch die Gemeindevertretung einstimmig gefasst. „Das ist ein richtig gutes Zeichen und zeigt, dass sich alle Beteiligten diesem denkmalgeschützten Objekt und seiner Zukunft verpflichtet fühlen“, freut sich die Bürgermeisterin.
Mit dem Grundsatzbeschluss der Heringsdorfer Gemeindevertreter steht nunmehr fest, dass das Denkmal HdE mit seinem parallel zur Promenade stehenden Hauptgebäude in Abstimmung mit der oberen Denkmalbehörde erhalten bleibt, aber die bisherigen Planungen nicht weiter verfolgt werden. „Dieser Erhalt ist sehr wichtig, denn das Gebäude ist ein Ort, der für die Einwohner der Dreikaiserbäder und viele andere auch historische Bedeutung hat“, erläutert dazu Vizebürgermeister und Bauamtsleiter Andreas Hartwig.
Arbeitsgruppe war kompromissbereit
Hauptteil des HdE wird ein Veranstaltungssaal mit einer Kapazität für etwa 300 Personen werden, ergänzt mit Räumlichkeiten für die Tourist-Information, Ausstellungen, Technik- und weiteren Funktionsräumen. Gastronomie wird es im Gebäude nicht geben, aber die Ausstattung für Catering soll mit integriert werden.
Alle weiteren Pläne und Ideen, die es dazu gab, werden aus architektonischen, wirtschaftlichen und strukturellen Gründen nicht weiter verfolgt – was vordergründig mit der möglichen Finanzierung der Vorhaben zusammenhängt.
Gesamtes Quartier wird entwickelt
Wie geht es nun weiter mit dem HdE? „Wir wollen nicht nur das Gebäude wieder einer Nutzung zuführen, sondern es soll das gesamte Quartier, einschließlich des Kirchengeländes, entwickelt werden. Dazu werde ein kompetentes Planungsbüro aus Potsdam mit ins Boot geholt, das über einschlägige Erfahrungen bei solchen Vorhaben verfügt und namhafte Beispiele für die gelungene Umsetzung aufweisen kann“, sagt Bauamtsleiter Andreas Hartwig. Außerdem werde stets nach möglichen Fördermöglichkeiten geschaut.
Einen genauen Zeitplan für die Bautätigkeit am HdE gibt es noch nicht, zumal auch noch nicht endgültig entschieden ist, was mit dem Dachgeschoss des HdE passieren soll, sprich, ob es einmal ausgebaut werden soll.
Wer hat noch alte Fotos?
Liebe Leser, wir möchten gern von Ihnen wissen, welche alten Fotos, besondere Erinnerungen oder Mitbringsel Sie noch aus dem HdE haben? Wann waren Sie zum letzten Mal dort und haben gefeiert? Und welche besonderen Ereignisse, wie etwa die erste Verabredung in der Disko, der erste Kuss, eine besondere Feier usw. verbinden Sie mit dem Haus?
Schreiben Sie uns und schicken Sie uns Ihre Fotos mit den entsprechenden Angaben: zinnowitz@ostsee-zeitung.de. Wir wollen mit Ihren Erinnerungen die Blüte des HdE noch einmal aufleben lassen.
Von Cornelia Meerkatz
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