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OZ | Ostsee-Update - Orientierung im Regel-Wirrwarr

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OZ | Ostsee-Update
Liebe Gäste, Einheimische und Urlauber im eigenen Land,
wir hatten ja noch Glück vor wenigen Tagen: Zu einer kleinen Familienfeier hatten wir uns in einem schönen Hotel an der Mecklenburgischen Seenplatte eingemietet. Zum Geburtstagsessen kamen dann drei weitere Familienmitglieder von außerhalb, die dort in der Nähe wohnen - und gemeinsam konnten wir - alle doppelt geimpft - fröhlich im Hotelrestaurant dinieren.
Das ginge so nach der neuesten Corona-Verordnung des Landes nun nicht mehr. Denn Hotelrestaurants, müssen Gäste, die in ihrem Haus wohnen (für sie gilt die 3G-Regel) nun in verschiedenen Räumen trennen von Außer-Haus-Gästen (für sie gilt 2G). Das sorgt für Verdruss bei den Hoteliers, hat meine Kollegin Michaela Krohn herausgefunden, denn für die Unternehmer ist diese Vorschrift kaum oder nur mit großen Problemen umsetzbar.
Ohnehin, 1G, 2G, 3G oder 2G+: es wird immer schwerer den Überblick zu behalten, was die Abkürzungen bedeuten, und mit welchem Status man ins Hotel, ins Restaurant oder zu einer Veranstaltungen darf. Wir beantworten deshalb für Sie in einem großen Erklär-Stück, was nun genau gilt.
Eine gute Nachricht für unser Urlaubsland: Einen Lockdown wie im Vorjahr und der Wegfall des kompletten Weihnachts- und Neujahrsgeschäftes deuten sich in diesem Jahr auch wegen der verschiedenen möglichen G-Regeln bislang nicht an. Seebäder wie Kühlungsborn zum Beispiel planen bereits kräftig Events für den Jahreswechsel.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende in unserem wunderbaren Bundesland und viel Spaß bei der Lektüre unseres Urlaubs-Newsletters.
Herzlichst
Ihr Alexander Loew
Leitender Redakteur

Darum schließt das Kultcafé Gumpfer in Sassnitz

Das Aus für das Café Gumpfer im Hafen von Sassnitz auf der Insel Rügen ist für viele eine traurige Nachricht. Schließlich hatte sich das Lokal, das für seine Torten berühmt ist, über die Jahre eine treue Kundschaft aufgebaut. Die OZ hat mit den Betreibern über die Gründe gesprochen. Und auch nachgefragt: Was wird aus dem Standort in Stralsund?
(Foto: A. Ziebarth)
(Foto: A. Ziebarth)
Sassnitz. Erst ein zügiger Spaziergang an der Hafenpromenade, um ein paar Kalorien zu verbrennen, dann ein prachtvolles Stück Torte im Café Gumpfer. Für viele Urlauber und Einheimische ein Muss an jedem Wochenende.
Doch jetzt ist Schluss damit. Das Café am Molenfuß mit dem prägenden gelb-braunen Schriftzug und der riesigen Tortenauslage hat seine Türen in Sassnitz für immer geschlossen.
Filiale in Stralsund bleibt geöffnet
„Unsere Filiale in Stralsund bleibt geöffnet“, betont Inhaber Dieter Gumpfer. „Wir würden uns sehr freuen, wenn die Gäste uns auch dort besuchen kommen.“ Es sei auch nicht weit hinter der Brücke, fügt er lächelnd hinzu – eine Anspielung auf die bekannte Skepsis der Insulaner hinsichtlich Touren aufs Festland. „Wir arbeiten auch an Ideen für einen Lieferservice.“ Aber die Stimme klang auch beim Betreiber des Kultcafés traurig. Er sprach von Tausenden Facebook-Reaktionen.
Stammkunden: „Total traurig!“
In den sozialen Netzwerken gab es eine Welle des Bedauerns. „Oh, nein! Mein Lieblingscafé in Sassnitz macht zu. Es gibt auf der Insel absolut kein Café, das so hervorragende Kuchen hatte, kein so unglaublich leckeres Frühstück, keine solche tolle Location“, schreibt etwa Robby Keipke und fasst damit die Reaktionen vieler Kunden zusammen. „Ich werde es so sehr vermissen! Total traurig!“
Denn mit Blick auf die Ostsee konnte man im Gumpfer das Besondere genießen. Nur hier auf Rügen wurden Blutorangen-Stracciatella-Sahnetorte, Himbeer-Limetten-Buttercremetorte, Schweden-Torte oder auch das üppige Werk „Gumpfer Gold“ mit Schokolade und einer Goldkugel on Top angeboten. Unvergessen bei den Frühstücksgästen auch das „Bootsmann-Frühstück“ oder die Handbrote.
„Die Entscheidung ist uns sehr schwergefallen“, sagt Marlis Gumpfer, die mit ihrem Mann auf Rügen wohnt. „Das ist richtig schlimm für uns.“ Sie seien beide über 60, die Kräfte ließen nach. „Mein Mann steht jeden Tag um drei Uhr morgens in der Backstube in Stralsund, dann ins Büro. Das ist alles auf Dauer nicht mehr zu schaffen.“
Mitarbeitersuche ist eine große Herausforderung
Denn viele Schultern, auf denen man die anspruchsvolle Arbeit verteilen könnte, gebe es nicht. Marlis Gumpfer packte selbst wieder mit an, obwohl sie eigentlich bereits seit zweieinhalb Jahren die Konditorenmütze aus gesundheitlichen Gründen an den Nagel gehängt hat.
„Wir haben einfach keine Mitarbeiter mehr gefunden“, bedauert ihr Mann Dieter Gumpfer. „Dabei haben wir eigentlich gute Bedingungen. Unsere Servicemitarbeiter müssen zum Beispiel nur bis 18 Uhr arbeiten, das ist doch familienfreundlich.“ Aber alles Suchen und Werben fruchtete nicht. „Arbeiten wollen alle, aber lieber nicht am Wochenende und auch nicht früh morgens“, hat Marlis Gumpfer festgestellt. „Wir haben schon überwiegend Quereinsteiger, die wir auch ganzjährig beschäftigen. Über Fachpersonal brauchen wir gar nicht sprechen.“
Corona-Hilfen müssen abbezahlt werden
Ein weiterer Punkt seien die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Umsatzeinbußen plus finanzielle Forderungen machen den Gastronomen zu schaffen. Die Soforthilfen und Kredite seien eben kein Geschenk, meint Marlis Gumpfer, sondern alles müsse zurückgezahlt werden, das müsse dann zusätzlich erwirtschaftet werden. „Das ist alles sehr schwierig. Die Hilfen vom zweiten Lockdown sind heute noch nicht da“, sagt sie unglücklich. „Die Vermieter wollten auch ihr Geld.“
In Stralsund, wo die Stadt der Vermieter ist, sei das einfacher gewesen, die Immobilie am Stadthafen Sassnitz ist in Privatbesitz. „Generell sind uns auch die Energielieferanten entgegengekommen. Aber am Ende hat alles nichts geholfen. Wir mussten diese Entscheidung treffen.“
Neuer Name: Pier 13
Eine gute Nachricht: Die Beschäftigten am Standort können vom Nachmieter übernommen werden. „Das war eine Bedingung von uns“, sagt Dieter Gumpfer. „Alle Mitarbeiter wollen das Angebot nutzen“. Am Standort Stralsund arbeiten derzeit neun Mitarbeiter. Als Nachfolger für das Café Gumpfer steht Ruben Peters in den Startlöchern, der mehrere Fisch-Imbissbuden und Gastronomien in Stralsund und Rügen betreibt. „Anfang des Jahres soll das Pier 13 eröffnen“, sagt er. „Und so viel kann ich verraten: Es wird ein Café und nichts mit dem Thema Fisch zu tun haben.“
Von Anne Ziebarth
Swinemündes Yachthafen soll ausgebaut werden

Swinemünde will im maritimen Tourismus aufrüsten. Die Marina im Yachthafen soll modernisiert werden. Die Pläne sehen eine Erweiterung der Liegekapazität auf 470 Plätze vor.
(Foto: Radek Jagielski)
(Foto: Radek Jagielski)
Swinemünde. Den Swinemünder Yachthafen erwartet ein gewaltiger Ausbau. Die Marina des Nordbeckens soll eine der größten in Westpommern werden. Heute können dort 220 Yachten und Motorboote an den Stegen anlegen. Insgesamt bietet der Yachthafen Platz für etwa 350 Einheiten. Doch die Anlegebrücken sind instandsetzungsbedürftig. Weil die notwendigen Reparaturen teuer sind, soll gleich zum großen Wurf ausgeholt werden. Umfassende Modernisierung und Ausbau lautet die Devise. Die Pläne gehen davon aus, dass die Zahl der Liegeplätze an den Anlegestellen in wenigen Jahren auf 470 steigen werden.
Wie in Venedig: Betonpontons auf Pfählen
Die neuen Plattformen sollen zum besseren Schutz zum Beispiel bei großen Wasserstandsschwankungen auf massiven Dalben montiert werden. „Es wird ähnlich wie in Venedig sein. Die jetzigen Säulen sind am Boden verankert, neue Betonpontons werden auf Pfählen stehen. Sie sind widerstandsfähiger gegen Wasserstandunterschiede, die manchmal 1,5 Meter betragen“, sagt Anna Kryszan, Leiterin des Sport- und Erholungszentrums Wyspiarz in Swinemünde.
Voraussichtlich im kommenden Jahr werden die Bauarbeiten beginnen. Als erstes wird der sogenannte Bootsmannssteg am Eingang zum Yachthafen gebaut. Auf dem 4 Meter breiten Pier entsteht ein Bootsmannbüro, in dem Segler die Gebühren zahlen und einen Liegeplatz erhalten. Dadurch wird der Gästeservice deutlich verbessert. Ob es 2022 tatsächlich los gehen kann, hängt davon ab, wie schnell die entsprechenden Unterlagen erstellt, die Genehmigungen erteilt und ein Auftragnehmer ausgewählt wird. Später werden sukzessiv alte Stege ersetzt und neue gebaut.
Projektstart hängt vom Geld ab
„Die Projektumsetzung erstreckt sich über mehrere Jahre“, sagt Anna Kryszan und beleuchtet einen weiteren Punkt zur Umsetzung des Vorhabens. „Es hängt alles von unseren finanziellen Möglichkeiten ab. Dalbenstege sind eine ziemlich kostspielige Investition.“
Die Modernisierung wird sicherlich den Rang der Marina erhöhen. In der Saison kommen viele Segler nach Swinemünde, die die Lage des Yachthafens schätzen. Von dort aus kann auf die Ostsee oder ins Landesinnere gesegelt werden. In diesem Jahr legten Boote aus 500 verschiedenen Heimathäfen aus 22 Ländern an. Es kam vor, dass am Wochenende über 100 Einheiten in das Nordbecken eingelaufen sind.
Von Radek Jagielski
An der Ostsee bestens informiert!

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