Profil anzeigen

OZ | Ostsee-Update - Lost Places an der Ostsee

OZ | Ostsee-UpdateOZ | Ostsee-Update
OZ | Ostsee-Update

Wustrow: Wie nach Atomkatastrophe

OZ-Chefreporter Michael Meyer mit Fotografin Bianca Schüler auf Wustrow
OZ-Chefreporter Michael Meyer mit Fotografin Bianca Schüler auf Wustrow
Die Halbinsel Wustrow bei Rerik ist wie ein Paradies für Fans von Lost Places. Geht man zwischen den alten, zum Teil verfallenen und weiter verfallenden Häusern entlang, fühlt man sich wie in einer Filmkulisse. Hier gab es früher alles: Friseur, Schule, Kino, Theater, Sporthalle, Läden, das wohl modernste Schwimmbad der 30er-Jahre. Im Krankenhaus sieht es aus, als wären die Menschen nach einer Atomkatastrophe fluchtartig abgehauen. OP-Scheinwerfer hängen in einem halb leeren Raum. Ein verrostetes Bettgestell steht darunter. Die hellblauen, typischen Klinikkacheln fallen zum Teil von den Wänden.
In der Schule stehen und liegen Tischchen und Stühlchen der Kinder herum. Daneben Buchstaben- und Zahlentafeln, als hätten die Kinder gestern fluchtartig die Schule verlassen. An der Schiefertafel sind Nachwendekritzeleien von Sophia, Bonny und anderen Menschen zu lesen.
1935 eröffneten die Nazis auf Wustrowdie Flakartillerieschule der Wehrmacht. Nach Kriegsende wurden Flüchtlinge untergebracht, ab 1949 nutzte die Sowjetarmee das Gelände als Garnison. Nach der Wende fiel die Liegenschaft an die Treuhand, die die Halbinsel 1998 an die Fundus Gruppe um Investor Anno August Jagdfeld verkauft hat.  Die Fundus Gruppe wartet auf grünes Licht, um zu investieren. Jagdfeld möchte ein Ferienresort im Landhausstil aufbauen. Doch die Pläne liegen auf Eis. In Rerik bekommt er keine Mehrheit in der Gemeindevertretung. Mit einer Bürgerinitiative liegt er im Clinch.
Die ganze Geschichte und viele Bilder dieser verlorenen Welt finden Sie hier.
An der Ostsee bestens informiert!

Auf die Schlitten, fertig, los: Hier finden Sie die schönsten Rodelpisten in MV
Heiligendamm: Angela Priemer bietet Backkunst der Spitzenklasse im Grand Hotel
Kleiner Jasmunder Bodden wird Naturschutzgebiet auf Rügen: Regeln für Angler, Wanderer, Boote
Silvester auf Usedom: Feuerwerk und Partys?

Die Insel Usedom gehörte vor der Corona-Pandemie zu einem der beliebtesten Ausflugsziele an der deutschen Ostseeküste. Die OZ hat nachgefragt, was unter den jetzigen Corona-Bedingungen geplant ist.
Zinnowitz
Das Neujahrsfeuerwerk am Zinnowitzer Strand lockt jedes Jahr tausende Gäste aus nah und fern an die Wasserkante des Ostseebades. Zu diesem Jahreswechsel wird das nichts. „Unter den jetzigen Corona-Regeln haben wir da überhaupt keine Chance“, erklärt Carsten Nichelmann, Leiter des Eigenbetriebes Kurverwaltung.
Die Zinnowitzer Kurverwaltung möchte den Gästen dennoch ein kleines Programm bieten. „Geplant ist, dass ein paar Stände an der Promenade aufgebaut werden – dieses Mal etwas weiter auseinander, damit nicht so ein Gedränge herrscht“, erklärt er. Inwieweit das traditionelle Eisbaden am vorletzten Tag des Jahres stattfinden kann, hängt sprichwörtlich noch am seidenen Faden. „Es kann sein, dass ein paar Leute ins Wasser gehen, aber das wird nicht großartig angekündigt – sonst wären zu viele Menschen dicht gedrängt auf der Seebrücke“, sagt er.
Feurerwerk trotz Böllerverbots im Ausland kaufen: Darf man das in Dänemark oder Polen?
Karlshagen
In der Gemeinde Karlshagen sind die Organisatoren nun von einer „Silvester-Light-Variante“ auf eine „Fast-null“-Variante runtergekommen. „Alle Veranstaltungen, die irgendwie mit vielen Menschen und Musik zusammenhängen, sind gestrichen. Geplant war eine kleine Silvestervariante mit Musik und Show am Strandvorplatz“, sagt Christina Hoba vom Eigenbetrieb. „Wir haben uns im Vorfeld viele Gedanken um den Jahreswechsel gemacht, aber in der jetzigen Form funktioniert es nicht“, sagt sie. Trotzdem: Einen Glühwein wird es am Strandvorplatz dennoch geben. Das Neujahrsbaden und auch der Tannenbaumweitwurf am ersten Tag des Jahres sind bereits abgesagt.
Koserow
In der Gemeinde Koserow möchte man mehrere Stände über den ganzen Ort verteilen und die Besucher sozusagen über einen Spaziergang über den ganzen Ort einladen. „So können die Besucherströme entzerrt werden“, sagt Kurdirektorin Nadine Riethdorf. An der Fackelwanderung möchte die Kurverwaltung noch festhalten. „Wenn es möglich ist, möchte ich auch mit den Gästen einen Spaziergang machen und ihnen Wissenswertes über den Ort erzählen“, sagt sie.
Kaiserbäder
In den Kaiserbädern wurde die „Zauberhafte Winterwelt am Meer“ aus dem Programm gestrichen. Ob die Feuerwerke stattfinden können, befindet sich noch in der Planung. Es handelt sich um die Seebrückenfeuerwerke um Mitternacht in Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck sowie das Kinderfeuerwerk auf dem Sportplatz in Heringsdorf. Da gibt es noch Klärungsbedarf mit dem Landkreis Vorpommern-Greifswald. Sollte nicht noch ein Wunder geschehen, dürften die Feuerwerke aber auch ins Wasser fallen.
Trassenheide
Aus dem großen Familienprogramm mit Kindersilvesterfeuerwerk am Nachmittag und reichlich Animation für die kleinsten Besucher werden wohl in Trassenheide „nur“ ein paar Schlemmerhütten auf der Promenade. „Mehr ist leider nicht drin. Konkret werden wir das aber noch in den einzelnen Ausschüssen beraten“, sagt Stefanie Pflock aus der Kurverwaltung. Um nicht alles zu streichen, sollen die kulinarischen Angebote auf die Promenade locken.
Kühlungsborn: Bürgerentscheid zur Villa Baltic

Bürgerentscheid offiziell „nicht erfolgreich“: Weil am Ende ganze 76 Stimmen fehlten, muss über die Frage, ob die das Ostseebad Kühlungsborn einen Teil des Grundstücks neben der Villa Baltic verkaufen soll, am 16. Dezember die Stadtvertretung entscheiden. Denn die Mehrheit der gültigen Stimmen für entweder Ja oder Nein betrug nicht, wie in der Kommunalverfassung MV vorgesehen, mindestens 25 Prozent aller Wahlberechtigten. „Wahlberechtigt waren insgesamt 6981 Kühlungsbornerinnen und Kühlungsborner“, erklärt Wahlleiter Philipp Reimer. „Für eine erforderliche Mehrheit von mindestens 25 Prozent werden demnach mindestens 1746 Ja- oder Nein-Stimmen benötigt, damit die gestellte Frage durch den Bürgerentscheid entschieden ist.“
Es votierte zwar am Ende eine Mehrheit von 1670 gegenüber 1500 Kühlungsbornern für einen Grundstücksverkauf – aber das reichte nicht. „Wir empfinden heute dennoch Erleichterung und auch Freude“, sagte Investor Jan Aschenbeck, der die historische Villa im Jahr 2019 gekauft hatte und sanieren möchte. „Eine Mehrheit der Kühlungsborner hat sich für unser Projekt ausgesprochen – ebenso wie vor einiger Zeit auch schon eine Mehrheit der Stadtvertreter.“ Es gehe jetzt in erster Linie darum, weiter gemeinsam für den Erhalt der Villa und auch für die Belange Kühlungsborns zu kämpfen, machte Aschenbeck deutlich: „Das ist eine große Herausforderung.“
Wie sehr die Frage um die Zukunft der Villa und eine mögliche Bebauung im Ostseebad polarisiert, wurde auch vor den Wahllokalen deutlich. Viele Kühlungsborner sprachen von einem „hochbrisanten Thema“ – und wollten ihre Meinung lieber nicht öffentlich äußern. Entspannter sah die Sache da schon ein älterer Herr: „Heute trifft man wenigstens mal wieder echte Kühlungsborner, die auch tatsächlich hier wohnen – das ist im Alltag manchmal gar nicht so einfach.“ Sie habe mit Nein gestimmt, erklärte etwa Erika Miemietz: „Das ist noch der einzige freie Blick auf die Ostsee – deshalb würde ich das Grundstück gern unbebaut lassen.“
Nach Bürgerentscheid zur Villa Baltic: Das sagen Kühlungsborns Stadtvertreter
Tolles Angebot für Leser des Ostsee-Updates

Sie mögen unser kostenloses Ostsee-Update und haben Lust auf mehr? Wir schenken Ihnen OZ+ einen Monat kostenlos! So bleiben Sie über alle Geschehnisse und Entwicklungen in Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland und der Welt up-to-date! Mit OZ+ haben Sie Zugriff auf alle Artikel, Videos, Bildergalerien und Liveticker auf unserer Website www.ostsee-zeitung.de.
OZ im Facebook Messenger

OZ-Nachrichten direkt aufs Handy – bei Facebook Messenger, Telegram und Notify
Mehr Newsletter

Sie wollen auch mit lokalen Infos und Geschichten aus einer Region an der Ostseeküste informiert werden? Hier finden Sie zu unserem kostenlosen OZ-Newsletter der Inseln Usedom und Rügen.
Hat Ihnen diese Ausgabe gefallen?
Teilen Sie diesen Newsletter:
Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr empfangen wollen, können Sie ihn hier abbestellen.
Wenn Ihnen dieser Newsletter weitergeleitet wurde, können Sie ihn hier abonnieren.