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OZ | Ostsee-Update - Kurabgabe für Hunde - ist das richtig?

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OZ | Ostsee-Update
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
in den 32 wunderschönen Seebädern von Mecklenburg-Vorpommern gehört sie für jeden Gast dazu - die Kurtaxe, mit deren Einnahme, die Orte Strände, Promenade und Anlagen in Schuss halten. Diskutiert wird immer wieder die Höhe des Betrags, selten aber darüber, ob die Zahlung an sich gerechtfertigt ist.
Etwas anders ist das, wenn es um die “liebsten Freunde” der Urlauber geht. Die Ankündigung des Ostseebades Rerik in dieser Woche, künftig eine Kurabgabe für Hunde einführen zu wollen, sorgt für Debatten. Allerdings muss der Ort allein für die Bereitstellung von Tüten in den Hundetoiletten auch jedes Jahr einen sechsstelligen Euro-Betrag zahlen.
Zinnowitz auf Usedom (50 Cent pro Tage) und Binz auf Rügen (1 Euro) haben die “Bello-Kurtaxe” übrigens schon. Was meinen Sie, liebe Leser: Sollten noch mehr Orte nachziehen oder reicht die Abgabe für Frauchen und Herrchen? Gern können Sie an unserer aktuellen Umfrage teilnehmen oder uns schreiben unter newsletter@ostsee-zeitung.de
Unten haben wir weitere interessante Nachrichten für Sie zusammengetragen. Viel Spaß bei der Lektüre und ein schönes Wochenende im Urlaubsland MV.
Herzlichst
Ihr Alexander Loew

Debatte um 15 neue Caravan-Stellplätze in Gustow

In Rügens Süden schwelt ein Konflikt um die Erweiterung eines Caravan-Stellplatzes in Gustow: Fast die Hälfte der Einwohner gab seine Unterschrift gegen das Projekt. Der Bürgermeister will es dennoch umsetzen. Was der Marina-Betreiber dazu sagt.
(Foto: Archiv)
(Foto: Archiv)
Gustow. Die Bürgerschaft von Gustow ist gespalten – und zwar ziemlich genau in zwei gleiche Teile. Stand jetzt sammelten Kritiker einer Erweiterung der Marina in Drigge 237 Unterschriften, was in etwa der Hälfte der Wahlberechtigten der insgesamt knapp 600 Einwohner entspräche, hat Anke Görlich überschlagen.
Die ehemalige Wehrführerin des Ortes war in den vergangenen Wochen von Tür zu Tür gelaufen, um für Unterschriften auf ihrer Liste zu werben, die von der Gemeindevertretung ein klares „Nein zu 15 Wohnmobilstellplätzen!“ fordert. „Schon wieder soll ein Stück Natur für den Tourismus weichen! An unserem Strand ‚An den Erlen‘ sollen weitere Stellplätze für Wohnmobile vom Betreiber des Jachthafens gebaut werden. Wer nicht möchte, dass die Wohnmobilstellplätze in dem Landschaftsschutzgebiet gebaut werden sollen, aber nicht zur Bürgerversammlung kommen kann, den bitten wir um Unterstützung durch eine Unterschrift“, heißt es weiter.
Die Listen übergab sie den Gemeindevertretern zur Sitzung am Dienstag, denen Aufstellungsbeschlüsse zur Änderung des Flächennutzungsplans der Gemeinde sowie des Bebauungsplans „Naturhafen Gustow“ vorlagen.
Badestrand schon jetzt bei gutem Wetter überlaufen
Dort begründete Gemeindevertreter Karl Petersen, warum er gegen die Beschlüsse stimmen werde. Der Badestrand von Gustow sei schon heute bei gutem Wetter überlaufen. Ein Ausbau von Stellplätzen über die bereits bestehenden 105 Liegeplätze und einem guten Dutzend Ferienhäuser hinaus würde diese Situation nur noch weiter verschärfen. Die Fläche im Landschaftsschutzgebiet soll geopfert werden für einen Stellplatz, der dann permanent belegt ist – im Sommer mit Wohnmobilen und im Winter mit Segeljachten“, so Petersen.
Mit einem solchen „Betriebsgelände“ würden das charakteristische Landschaftsbild und der Erholungswert an der Gustower Wiek „nachhaltig zerstört“. Die etwa 40 anwesenden Einwohner schalteten sich kurzerhand in die Diskussion ein und machten die Sitzung zur Einwohnerversammlung.
Gemeinde will mit dem Projekt Ordnung schaffen
„Dass das Gesetz einem Investor ermöglicht, sich von den Bestimmungen eines Landschaftsschutzgebietes freizukaufen, indem er in einen Fond einzahlt oder irgendwo anders Ausgleichsmaßnahmen vornimmt, finde ich nicht in Ordnung“, erklärte Anke Görlich im Nachgang zur Sitzung. „Ich bin hier geboren, meine Eltern waren schon hier und meine Enkel sind es auch. In den Ferien ist mir der Strand schon jetzt zu voll. Wenn mehr als ein Dutzend Stellplätze dazukommen, sind das Minimum 30 weitere Menschen. Es muss doch irgendwann einmal genug sein. Man muss doch nicht jedes Stückchen Land zu Geld machen.“
Stardirigent und seine Musiker säubern Strand

Das Baltic Sea Philharmonic und Kristjan Järvi setzen mit der Strandreinigungsaktion in den Kaiserbädern im Vorfeld des Usedomer Musikfestivals ein Zeichen für mehr Umwelt- und Meeresschutz. Am Freitag rufen sie Einwohner und Gäste dazu auf, mitzuhelfen und den Strand von Müll zu befreien.
(Foto: Archiv)
(Foto: Archiv)
Heringsdorf. Das Baltic Sea Philharmonic und Kristjan Järvi rufen am Freitag, einen Tag vor ihrem ausverkauften Konzert in Peenemünde, von 11 bis 13 Uhr zu einer öffentlichen Strandreinigungsaktion in den Kaiserbädern auf. Gemeinsam mit Mitarbeitern des Usedomer Musikfestivals und der Kaiserbäder krempeln die 45 Musikerinnen und Musiker sowie der aus Estland stammende Stardirigent die Ärmel hoch und packen an, um den Strand der Seebäder Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck vom Müll zu befreien.
Auch Thomas Hummel, Intendant des Usedomer Musikfestivals und Executive Director des Baltic Sea Philharmonic, will mithelfen. „Mit dem Usedomer Musikfestival und dem Baltic Sea Philharmonic feiern wir die Einheit, Vielfalt und Innovationskraft der Ostseeregion. Mehr noch als das, ist das Meer in unserer Mitte Lebensgrundlage für uns alle. Darum ist es wichtig, sich zu engagieren und aktiv einen Beitrag zu leisten. Wir freuen uns, dass wir mit den Kaiserbädern auf Usedom gleich einen Partner gefunden haben, der diese Aktion mit uns in die Tat umsetzt.“
Auch Einwohner und Gäste der Kaiserbäder sind eingeladen, sich der Strandsäuberungsaktion anzuschließen. Treffpunkt am Freitag ist um 10.30 Uhr der Konzertplatz in Seebad Heringsdorf.
Orchester beteiligt sich an verschiedenen Umweltprojekten
Das Thema Umwelt, im Besonderen die immer drastischer werdenden Auswirkungen der Meeresverschmutzung, beschäftigen die Musikerinnen und Musiker des Baltic Sea Philharmonic sehr, denn die Ostsee ist ihre Heimat. Alle Musiker stammen aus Ostsee-Anrainerstaaten.
Mehrere Touren und Konzerte des Orchesters standen bereits im Zeichen seines Engagements für die Umwelt, das Meer, die Natur und die Landschaft. Das Orchester kooperierte in der Vergangenheit auch mit der finnischen John Nurminen Foundation, die Projekte fördert, die sich einer „sauberen“ Ostsee widmen. Kristjan Järvi führte gemeinsam mit dem Baltic Sea Philharmonic das Green Concerto des finnischen Komponisten Severi Pyssalo zum Usedomer Musikfestival im Kraftwerk Peenemünde zur Welturaufführung – ein klingender Aufruf zu mehr Umweltbewusstsein.
Die Umweltminister Finnlands, Estlands und Russlands übernahmen die Schirmherrschaft über die „Baltic Sea Landscapes“-Tour des Orchesters im Jahr 2016. Kimmo Tiilikainen, damaliger Umweltminister Finnlands, würdigte die Bedeutung des Orchesterprojekts und lobte die Vision des Baltic Sea Philharmonic: „Niemand von uns kann die Ostsee allein schützen. Ein Schlüssel die See gesund zu erhalten ist internationale Kooperation. Darum hat das Baltic Sea Philharmonic eine wichtige Nachricht: Die Ostsee kann noch gerettet werden, wir haben aber keine Sekunde zu verlieren.”
Die Strandsäuberung auf Usedom ist die erste von weiteren geplanten Aktionen, die das Orchester und Kristjan Järvi in den nächsten Jahren immer wieder während ihren Konzerttouren rund um die Ostsee einplanen möchten, um ihr Engagement für den Umwelt- und Meeresschutz weiter zu verfestigen.
Von Cornelia Meerkatz
An der Ostsee bestens informiert!

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