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OZ | Ostsee-Update - Künstliche Insel vor Rügen

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Liebe Leserinnen und Leser,
im Rügischen Bodden vor Lauterbach liegt eine künstliche Insel, die vielen Touristen Rätsel aufgibt. Um die auf Pfählen erbaute Plattform mit mehreren verfallenen Gebäuden darauf ranken sich viele Legenden. Von einem geheimen Bunker unter dem Meer ist da die Rede. Was sich wirklich dahinter verbirgt, verraten wir weiter unten in diesem Newsletter. Zwei Männer haben die Insel gekauft - ihre Pläne damit lesen Sie hier.
In dieser Woche steht alles im Zeichen der Rügenbrücke - im Guten wie im Schlechten. Am Samstag findet der Rügenbrückenlauf mit 2500 Teilnehmern statt. Ein tolles Event mit einzigartiger Kulisse, das ich schon einige Male erleben durfte. Schön, dass es nach einem Jahr Pause wieder stattfindet.
Die Rügenbrücke sorgt aber auch für jede Menge Frust und zwar bei Autofahrern. Das Tor zur Insel Rügen ist für eine ganze Weile gesperrt. Weil es Anfang der Woche auf dem Rügendem, der einzigen Umleitung, auch noch zu einem Unfall kam, war die Insel für mehrere Stunden komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Müssen diese Bauarbeiten sein und was passiert eigentlich im Innern der Brücke - das erklären wir hier und in diesem Newsletter.
Viel Spaß beim Lesen wünscht
Alexander Müller
stellvertretender Chefredakteur

Lost Place vor Rügen: Was ist das für eine Insel?

„Unter dem Betonbau geht es zwölf Stockwerke hinunter und da war dann der Atombunker von Erich Honecker“, erzählen Skipper vorbeifahrender Touristenschiffe schon mal ihren Fahrgästen. Das ist natürlich Seemannsgarn, aber die eigentümliche, zwischen der Halbinsel Reddevitz und der Insel Vilm im Rügischen Bodden gelegene Anlage lässt der Fantasie eben viel Raum. Tatsächlich ist das Wasser, in der die 700 Quadratmeter große künstliche Insel steht, an jener Stelle knapp zehn Meter tief.
Es handelt sich um die 1954 auf 600 Holzpfählen erbaute ehemalige Entmagnetisierstation der DDR-Volksmarine. Mittels zweier Kabelschleifen auf dem Grund des Boddens wurden dort Schiffe entmagnetisiert, um für Minen „unsichtbar“ zu werden, die durch einen Magnetschalter auf Metall reagierten.
Die Schleifen wurden durch zwei große Dieselmotoren mit einer Leistung von 2200 Ampere angetrieben, weiß Jürgen Blüthgen. Der ehemalige Korvettenkapitän war bis zur Wende als stellvertretender Dienststellenleiter auf der Station eingesetzt.
Ein Maschinen- und ein Wohnhaus standen damals auf der Plattform. Ein Seekabel versorgte die Station mit Strom, die Ver- und Entsorgung von und mit Wasser erfolgte durch Schlepper aus Peenemünde. Drei Mann Besatzung taten jeweils eine Woche lang Dienst. „1986 wurde sämtliche Technik entfernt und nach Wolgast gebracht, weil sie durch neue Geräte ersetzt werden sollte“, sagt er. Dazu aber sei es wegen finanzieller Engpässe nicht mehr gekommen. Heute ist nur noch die gusseiserne, auf Spiralfedern lagernde Platte, auf welcher die Generatoren standen, vorhanden.
Zwei Männer haben das seltsame Objekt gekauft. Welche Pläne sie damit haben, verraten sie hier.
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Bauarbeiten auf Rügenbrücke: Musste das sein?

Nach dem Unfall auf dem Rügendamm und dem langen Stau stellen sich viele Betroffene die Frage, ob der Termin für die Bauarbeiten auf der Rügenbrücke so günstig gewählt war – sowohl in Berlin als auch in Brandenburg sind Herbstferien angesagt. „Es ist ja nicht neu, dass im Oktober wegen der Herbstferien noch einmal viele Touristen in unsere Region kommen und der Verkehrsdruck dann deutlich höher ist“, sagt Jürgen Suhr von den Grünen. „Dass ausgerechnet in dieser Zeit Reparaturarbeiten auf der Rügenbrücke geplant werden, erschließt sich mir nicht. Diese Planung ist kein positives Aushängeschild für den Tourismus in unserer Region.“
„Aus Sicht der Urlauber ist so eine Situation ärgerlich. Wenn noch so viele Menschen in der Region sind, sollte man ausloten, ob die Arbeiten nicht aus Sicherheitsgründen doch noch verschoben werden können“, sagt Ann Christian von Allwörden, sicherheitspolitische Sprecherin der CDU. „Dabei muss man aber alle Perspektiven abwägen. Die Sicherheit auf der Brücke muss langfristig gewährleistet sein.“
Prof. Dr. Matthias Birth, Chefarzt vom Helios Hanseklinikum Stralsund, pendelt auch regelmäßig zwischen Rügen und Stralsund. „Ohne die Rügenbrücke wäre ich nicht nach Altefähr gezogen“, sagt der Stralsunder.
Die bedrückende Stausituation vom Montag, als Rügen kurzzeitig vom Verkehrsnetz abgeschnitten war, erinnerte ihn an die Zeit vor dem Bau der neuen Brücke. „Der Rückstau war enorm. Wenn die Ziegelgrabenbrücke geöffnet wurde, stand der Verkehr mitten in der Hansestadt still. Aus ärztlicher Sicht ist so eine Situation immer dramatisch – und sollte nach Möglichkeit vermieden werden“, so Birth.
Warum jetzt gebaut werden muss
Der verantwortliche Leiter der Straßenmeisterei in Martensdorf sagt jedoch: „Noch weiter verschieben können wir die Arbeiten nicht. Das ist jetzt schon der letztmögliche Zeitpunkt. Denn die Bauteile, die für die Signalanlagen gebraucht werden, dürfen nicht kalt und feucht werden. Deshalb wechselt man so was eigentlich im Sommer“, erklärt Thomas Scheibe und schiebt hinterher: „Da haben wir verschoben wegen der Sommerferien, dann kamen schon die ersten Länder mit Herbstferien. Doch jetzt müssen wir das fertig kriegen.“ Denn in wenigen Tagen, nämlich am 25. Oktober, wird auf der Rügenbrücke schon auf Winterdienst umgestellt.
Unseren Kommentar dazu gibt es hier.
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