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OZ | Ostsee-Update - Der Weihnachtsurlaub ist sicher

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OZ | Ostsee-Update
Liebe Urlauber und Einheimische,
nun scheint alles klar: In diesem Jahr wird Urlaub über Weihnachten und Silvester in Mecklenburg-Vorpommern wieder möglich sein - nachdem unser Land mit den vielen schönen Ferienanlagen und Hotels 2020 noch im Lockdown verharren musste.
Eine gute Nachricht, dass es nun anders kommt. Denn die letzten Tage des Jahres sind für den Nordosten nochmal Hochsaison - da wäre ein Komplettausfall besonders schmerzlich gewesen.
Sicher: Es wird noch nicht wieder so wie früher sein. Es gibt keine großen Partys. Wegen der lange unklaren Lage haben viele Stammgäste noch nicht gebucht, doch so sind auch für Kurzentschlossene - beispielsweise auf Usedom - noch Unterkünfte über die Feiertage frei. Und: Urlaubsziele wie Boltenhagen planen für ihre Gäste wenigstens kleine Events zum Jahreswechsel.
Urlaub machen ist in Zeiten der Corona-Regeln allerdings nicht ganz unkompliziert. In Hotels und Restaurant gilt aktuell grundsätzlich 2G plus, heißt man muss geimpft oder genesen sein und zusätzlich noch einen negativen Corona-Test vorweisen. Aber auch hier gibt es seit gestern in MV Erleichterung: Wer seine dritte Impfung erhalten hat und seit 14 Tagen geboostert ist, muss unter 2G-plus-Begingungen keinen Test mehr vorweisen.
Die Corona-Krise ist noch lange nicht vorbei, Urlaub an der Küste zum Jahreswechsel aber trotzdem möglich.
Ein schönes Wochenende für Sie!
Herzlichst
Ihr Alexander Loew
Leitender Redakteur

Boltenhagen: Tourismus trotzt Corona

Die Verunsicherung der Menschen in Corona-Zeiten trifft auch die Touristiker in Boltenhagen hart. Viele Hotels bleiben über den Jahreswechsel trotzdem geöffnet und auch der traditionelle Wintermarkt findet (in abgespeckter Form) statt. Auch sonst haben sich die Gastronomen und Hoteliers einiges überlegt, um den Menschen trotz Pandemie eine schöne Zeit zu bescheren.
 (Quelle: Kurverwaltung Boltenhagen)
(Quelle: Kurverwaltung Boltenhagen)
Gute Nachrichten für Einheimische und Gäste des Ostseebades: Vom 22. Dezember bis 2. Januar werden auf einem „Wintermarkt light“ wieder Köstlichkeiten wie Grünkohlpfanne, Flammkuchen, Winter-Burger, Suppen, Kaiserschmarrn, Glühbier und Glühwein to go angeboten. Die weißen Zelte mit dem roten Stern verteilen sich mit viel Abstand entlang der weihnachtlich erleuchteten Promenade vom Kurhaus bis zur Seebrücke. „Wir freuen uns, unseren Gästen zumindest ein wenig festtägliche Atmosphäre bieten zu können“, erklärte Katleen Herr von der Kurverwaltung. Stehtische dürften allerdings nicht aufgestellt werden. Die Auflage der Gesundheitsbehörde erlaubt nur einen reinen „Außer-Haus-Verkauf“, die Stände dürfen „nicht zum Verweilen einladen.“
Boltenhagen war über die Feiertage ausgebucht
Eigentlich war Boltenhagen über die Feiertage bis ins neue Jahr hinein ausgebucht. Inzwischen ist die Buchungslage mehr als durchwachsen. „Vor allem dort, wo kostenfreie Stornierungen möglich waren, haben die Gäste diese genutzt“, erklärt Kurdirektor Martin Burtzlaff. „Wir brauchen dringend einen politischen Fahrplan, um die Verunsicherung unserer Gäste zu mindern.“ Vereinzelt gebe es sogar Neubuchungen, berichtet die Kurverwaltung. Von einer „Stornierungswelle“ wird in Boltenhagen nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen, um keine Gäste abzuschrecken. Zwei Hotels haben ihre Türen bereits über den Jahreswechsel geschlossen.
Maximal 40 Prozent der Gäste
Auch bei den Ferienwohnungen gibt es viele Absagen. „Ich verstehe das auch, die Angst vor Omikron ist groß, unsere Gäste haben zum Großteil auch auf Frühjahr/Sommer oder den Jahreswechsel 2022/23 umgebucht“, sagt Heiko Subat von Ossebo. Maximal 40 Prozent der üblichen Gästezahl erwarten Hoteliers und Ferienwohnungsvermieter für die Saison zwischen den Jahren, die sonst in Boltenhagen Hauptsaison ist.
Was ist möglich? Ein ruhiges Silvesterfest am Meer
Die Gäste fragten nach dem zu erwartenden Programm und den geltenden Regeln und stellten dann schnell fest: „Das macht den Urlaub ja ganz schön kompliziert!“, berichtet Hannes Palm vom Hotel Auszeit. Übrig blieben jene Gäste, die ein ruhiges Silvesterfest am Meer suchten. „Für die bleibe ich an Silvester auf jeden Fall auf!“
Überraschungen für die Gäste geplant
Auch im Iberotel und im Dorfhotel gab es vergangene Woche Stornierungen, nachdem die große Silvesterparty pandemiebedingt abgesagt werden musste. Kinderprogramm, Tanz und Barbetrieb sind nun nicht mehr erlaubt. „Nun haben wir wieder Kapazitäten für Kurzentschlossene“, so Gabriele Jelcho, die stellvertretende Hoteldirektorin. Es werde auf jeden Fall ein festliches Abendbuffet mit Tischzauberei geben. Und: „Wir planen die ein oder andere Überraschung für unsere Gäste.“
Profitieren könnten neben den kurzentschlossenen Touristen auch die Nordwestmecklenburger, die den sonst überfüllten Strand und das kulinarische Angebot des Wintermarkts in diesem Jahr ganz in Ruhe genießen dürfen.
Von Annabelle von Bernstorff
Rügen: Aus für neue Pächter der Moritzburg

Im Sommer erst gestartet, nun müssen die Pächter der Moritzburg auf Rügen wieder einpacken. Was Betreiber und Eigentümer dazu sagen und wie es mit dem beliebten Rügener Ausflugslokal weitergeht.
(Foto: Gerit Herold)
(Foto: Gerit Herold)
Moritzdorf. Erst im Sommer, mitten in der Saison, gestartet, müssen die Betreiber der Moritzburg jetzt wieder ihre Koffer packen. Der Pachtvertrag ist nicht verlängert worden. Dabei hatten Stefan Knipper und Lars Philipps große Pläne: Sie wollten auf der Moritzburg in Moritzdorf (Gemeinde Sellin) ein kreatives Kulturzentrum entwickeln.
Um dem traditionellen Ausflugslokal buntes Leben einzuhauchen, sollte ein Verein gegründet werden, der verschiedene „Projektunternehmungen“ anschiebt. Die Pacht sollte langfristig aus den Mitgliedsbeiträgen finanziert werden. Doch Verpächter und Pächter des Restaurants haben nicht zueinandergefunden. Nun trennen sich ihre Wege wieder. Die Moritzburg ist geschlossen.
Keine Abschiedsparty mehr möglich
„Die Moritzburg wird unter der Leitung von mir und Herrn Phillips leider nicht als Kulturbühne wieder öffnen können, ich bin sehr traurig, dass es nicht weitergeht“, so Stefan Knipper. „Eine Abschiedsparty können wir aufgrund der aktuellen Corona-Situation auch nicht ausrichten, um dem Ort und allen Helfern Danke zu sagen.“
Eigentümer der Moritzburg ist der Binzer Hotelier Harald Schewe. Er hatte von Anfang an keinen Hehl daraus gemacht, dass er von dem Konzept der Betreiber als wirtschaftlich langfristige Lösung nicht überzeugt ist. Das habe sich nicht geändert. „Und nun ist der Vertrag ausgelaufen“, so Schewe.
Kulturelles vor Geldverdienen gestellt
„Wir aber haben Kulturelles vor Geldverdienen gestellt. Es war nicht unser Anliegen, gehobene Gastronomie vorzuspielen oder ein Restaurant zu betreiben“, so Knipper. Stattdessen sollte ein Kultur- und Kunstbetrieb mit kleiner, regionaler Gastro etabliert werden. Das Programm: Musik- und Themenabende, Klang- und Lichtspiele, Theater, Filmvorführungen, Vorträge, Kleinkunst und Kinderprogramme. Zum nachhaltigen Konzept gehörten auch selbst reparierte Möbel.
Das Publikum in der „Mobu aka Moritzburg – Ausflugskultur & Gastspielstätte & Seglertreff“ war in seiner Bewertung durchaus zwiegespalten, belegen die Rezensionen im Internet. Viele Besucher waren begeistert von der „guten Musik“ und „super entspannten Atmosphäre“, einem „Ort für Kreativität und Entspannung“, den „zwei humorvollen Betreibern“ und dem leckeren Blechkuchen. Viele andere hingegen waren enttäuscht von „dem Niveau einer schlechteren Imbissbude“, einer „unprofessionellen Bedienung“, alten Möbeln, schmutzigem Geschirr und zu lauter Techno-Musik. Einig waren sich allerdings alle Gäste in einem: Der Standort mit der traumhaften Aussicht von der Terrasse ist einzigartig.
Traum, der wie eine Seifenblase platzt
„Wir haben viel Energie und Zeit hineingesteckt. Um das viele Geld geht es ja nicht. Es ist ein Traum, der wie eine Seifenblase platzt“, so Knipper. Gerade habe man ein neues Kassensystem und eine neue Kaffeemaschine angeschafft. „Das Projekt hat schätzungsweise 30 000 Euro verschlungen, aber wir geben nicht auf. Wir sind noch total überwältigt, dass uns der Verein La Grange sofort Hilfe angeboten hat“, so Knipper. Der Verein aus Bergen prüfe, ob dort erst einmal die hochwertige Technik lagern könne.
Für die eigene Vereinsgründung haben bis heute zwei Personen gefehlt, so Knipper. „Kunst und Gastronomie war ein Experiment zu einer schwierigen Zeit, und wir hoffen, dass die Zusammenarbeit mit dem La Grange eventuell neue Wege öffnet. Vielleicht hat ja auch jemand einen neuen Ort für uns, weil wir gerne auf der Insel bleiben möchten.“
Neuer Betreiber bereits im Gespräch
Stefan Knipper ist gelernter Kaufmann und hat, bevor der auf die Insel kam, auf Mallorca im Tourismus gearbeitet. Lars Philipps ist Lichttechnikdesigner und kommt wie er aus Solingen, wo beide bereits eine Kulturspielstätte betrieben haben.
Harald Schewe kündigt indes an, dass es auf der Moritzburg im nächsten Jahr mit neuen Ideen weitergehen soll. Dazu sei er mit einem jungen Gastronom aus seinem Hause bereits im Gespräch. „Er ist fleißig und vom Fach und wird das prima machen“, so Schewe.
Das Ausflugslokal Moritzburg hat eine lange Tradition, denn schon seit 120 Jahren gibt es auf dem Berg eine Restauration. In den vergangenen Jahren haben sich schon einige Pächter versucht.
Von Gerit Herold
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