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OZ | Ostsee-Update - Bange Tage im Urlaubsland

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OZ | Ostsee-Update
Liebe Gäste und Einheimische,
manchmal lohnt sich ein Blick zurück: Vor einem Jahr waren Hotellerie und Gastronomie in Mecklenburg-Vorpommern bereits in einem Lockdown, der sich schließlich noch über Monate hinziehen sollte. Im Vergleich dazu ist die Situation (noch) deutlich besser. Tourismus ist weiterhin möglich, alle Einrichtungen geöffnet.
Allerdings fragen sich Hotel- und Restaurantinhaber und ihre Angestellten immer besorgter, wie es nun weitergeht. Wegen hoher Corona-Zahlen gelten seit Donnerstag strenge Corona-Vorschriften im Urlaubsland MV. Das heißt auch für Ferienunterkünfte und Gaststätten nur noch Betrieb mit “2G plus”.
Am Donnerstag begann deshalb das große Abreisen der ungeimpften Gäste. Auf Usedom war die OZ dabei. Geimpfte und Genesene, die noch bleiben oder anreisen wollen, brauchen jetzt täglich einen negativem Corona-Test. Die “gute Nachricht”: Die meisten Urlauber, die im Moment vor Ort sind, wollen die Auflagen zunächst erfüllen und sind geimpft.
Für den Chef des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in MV, Lars Schwarz, kommen die neuen Vorschriften allerdings wie ein Lockdown durch die Hintertür vor. Viele Hotels und Gaststätten müssten sehen, ob sie bei den Auflagen überhaupt weiter öffnen könnten, weil wegen “2G plus” Gäste ausbleiben würden. Schwarz erwartet ein trauriges Weihnachtsfest für die Branche.
Es gibt allerdings auch schöne Nachrichten aus dem Urlaubsland, wie die der jungen Dresdner Urlauberfamilie Krohn, deren Hund “Sandor” am Koserower Streckelsberg auf Usedom einen schweren Unfall völlig unbeschadet überstand. Das Tier stürzte am Kliff 30 Meter in die Tiefe und konnte dank dem großen Engagement einheimischer Einsatzkräfte gerettet werden.
Krohns sind inzwischen wieder zu Hause, aber so glücklich und den Menschen auf Usedom so dankbar, dass sie bald hierher in den Urlaub zurückkehren wollen. Dann hoffentlich wieder ohne strenge Corona-Auflagen.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende
Herzlichst
Leitender Redakteur

Rankwitzer Hafen wird für Gäste aufgepeppt

Rankwitz. Am Rankwitzer Hafen tut sich wieder etwas. Die alte Netzhalle wurde abgerissen. Dies ist eine wichtige Vorarbeit für die geplante weitere Umgestaltung des beliebten Areals. Das ist geplant.
(Foto: privat)
(Foto: privat)
Am Rankwitzer Hafen wurde die alte Netzhalle abgerissen. Das ist eine wichtige Vorarbeit für die weitere Umgestaltung des beliebten Areals. Anstelle der Halle ist ein neues Gebäude mit sieben Ferienwohnungen und – besonders wichtig – mit vier modernen Wohnungen für Mitarbeiter geplant.
Außerdem werden ein Sanitärtrakt für die Segler, ein behindertengerechtes WC für die Außengastronomie, ein Büro für den Hafenmeister und ein kleines Kosmetikstudio dazugehören. Später soll sich in einer Linie zu den bereits vorhandenen Häusern ein weiteres Gebäude anschließen, das noch einmal sieben Ferienunterkünfte beherbergt. Damit bliebe Geschäftsführer Thomas Pietsch deutlich unter der als Höchstgrenze im geltenden Bebauungsplan angegebenen Zahl von 30 Ferienwohnungen.
Geschäftsführer mit Saisonverlauf zufrieden
Die zurückliegende Saison sei zufriedenstellend gelaufen, schätzt Pietsch ein. Dies sei in erster Linie den Mitarbeitern zu verdanken, die unter den durch die Corona-Pandemie bedingten schwierigen Arbeitsbedingungen ihre Aufgaben gemeistert hätten. „Wir suchen noch für die kommende Saison weitere Mitstreiter, die unser Team in der Küche und im Service verstärken“, berichtet der Geschäftsführer und unterstreicht: „Die erwähnten Wohnungen sind ausschließlich Beschäftigten unseres Unternehmens vorbehalten.“
Als ein Erfolg habe sich im Frühjahr auch die Eröffnung des Dorfladens erwiesen, der sowohl von Touristen als auch von Einheimischen gut angenommen worden sei. Auf 125 Quadratmetern Verkaufsfläche werden der Kundschaft hier insbesondere regional erzeugte Produkte zum Kauf angeboten – ob Honig vom Imker um die Ecke, Eier vom Bauern aus der Nachbarschaft, Wurst und Fleisch vom heimischen Anbieter oder Weine und Öle aus der nahen Usedomer Inselmühle: Die meisten Artikel stammen aus vorpommerschen Gefilden oder sogar direkt von der Insel Usedom. Dank der neuen Verkaufsstelle sparen sich viele Kunden den Weg auf oftmals überfüllten Straßen zum Supermarkt nach Usedom. Außerdem können sich hier auch Segler bequem mit Waren des täglichen Bedarfs eindecken.
Neu errichteter Gastro-Pavillon kam gut an
Pünktlich zum diesjährigen Saisonstart wartete Pietsch noch mit einer weiteren Neuerung für Erholungsgäste auf dem maritimen Gelände auf. Im Herzstück des Hafens mit der Teichanlage wurde eine zusätzliche Außensitzfläche mit einem erweiterten Selbstbedienungsbereich eingeweiht. Im neu errichteten Pavillon wurden Besucher unter anderem mit Fischbrötchen, herzhaften Speisen, Kaffeespezialitäten und selbst gebackenem Kuchen verwöhnt.
Sellin: Darum verschwinden zwei historische Villen

Ein vor 100 Jahren als Blockhausvilla gebautes Wolgasthaus ist schon Geschichte, eine alte Dampfbäckerei wird gerade abgerissen. Der Investor erklärt, warum die beiden historischen Gebäude im Ortszentrum des Ostseebades Sellin auf der Insel Rügen nicht mehr zu retten waren und was er an den Standorten jetzt vorhat.
(Foto: Gerit Herold)
(Foto: Gerit Herold)
Sellin. Rums. Laut kracht ein Teil der Rückwand zusammen und lässt eine riesige Staubwolke aufsteigen. Quietschend frisst sich der Abrissbagger Stück für Stück weiter durch das alte Gemäuer. Noch ist an der Fassade des historischen Gebäudes der Schriftzug „Villa Dankwardt Dampf-Bäckerei Conditorei“ zu lesen. In ein paar Tagen wird das Haus in der Granitzer Straße 9 aber ganz verschwunden sein. Damit geht eine über 100 Jahre alte Hausgeschichte zu Ende. Und dann soll ein neues Kapitel aufgeschlagen werden.
Angelehnt an das historische Vorbild werde hier ein neues Gebäude errichtet, sagt der Bauherr. Dabei handelt es sich um die Firma Baltic Seaside Properties GmbH & Co. KG mit Sitz auf der Insel Hiddensee. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben auf die Ostsee und Mecklenburg-Vorpommern fokussiert, mit insgesamt 20 Hotel- und Ferienwohnungsobjekte auf dem Darß, auf Usedom und Rügen. Schwerpunkt auf Rügen sind dabei die Ostseebäder Sellin und Binz – allein in Sellin sind es vier große Projekte.
„Baulich nicht mehr zu retten gewesen.“
„Wir sind auf Bestandssanierungen historischer Häuser spezialisiert“, sagt Inhaber und Geschäftsführer Christoph Schäfer, der ursprünglich aus Hamburg stammt. Die Villa Dankwardt, die die letzten acht Jahre leer gestanden habe, sei allerdings baulich nicht mehr zu retten gewesen. Mit ihrem Abbruch habe man auf das Ende der Urlaubssaison gewartet.
Man wolle mit einem Neubau an die Geschichte und den Namen des Hauses als Logierhaus mit Bäckerei und Laden anknüpfen. Urlauberquartiere, Wohnungen, Gewerbe, Gästeempfang in zentraler Lage – darüber, welches Konzept oder welche Mischung es am Ende genau werde, wolle man sich vor allem noch mit der Gemeinde verständigen, so Schäfer. Mit im Boot habe man das Architekturbüro Drebing Ehmke, das in Sellin unter anderem mit dem Appartementhaus First und den Strandvillen am Hochufer seine Visitenkarte ablegte.
Am anderen Ende der Granitzer Straße sind dagegen an einem anderen Projekt des Unternehmens die Bauarbeiten schon voll im Gange. Hier entstehe derzeit ein mittelgroßes Appartementhaus mit acht Ferienwohnungen. Da es für den Bereich keinen Bebauungsplan gibt, ist es ein Vorhaben im unbeplanten Innenbereich nach Paragraf 34 des Baugesetzbuches. Demnach soll sich ein Bauvorhaben in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen. Unmittelbarer Nachbar ist das Ärztehaus mit drei Stockwerken. Das neue Gebäude soll der Bäderarchitektur entsprechend gestaltet werden, so Schäfer.
Als Wolgaster Blockhausvilla erbaut
Zuvor war das Grundstück seit 120 Jahren der Standort von Haus Swantewit, das um die Jahrhundertwende einmal als Blockhausvilla von der Firma Kraeft & Co. aus Wolgast erbaut wurde und eine wechselvolle Geschichte mit verschiedenen Besitzern und Nutzungen hatte. So war es schon Wohnhaus, Pension, Kindergarten oder Gardinenladen.
Auch hier kam der Abrissbagger zum Einsatz. „Das Gebäude hatte einen fundamentalen Riss und stand auf einer Moorblase“, erklärt der Investor. Für den Neubau seien zur Standsicherheit deshalb auch 35 Säulen rund 20 Meter tief ins Erdreich eingebracht worden.
So sei damals auch beim Bau des benachbarten Ärztehauses verfahren worden, weiß Gerhard Parchow. Für den Selliner Ortschronisten kommt der Abriss nicht überraschend. „Da war der Schwamm drin.“ Das Haus sei im Laufe der Jahrzehnte auch mehrfach verändert worden, wodurch vom Ursprung kaum noch etwas erkennbar gewesen sei.
Bedauerlich sei hingegen der Abriss der Dankwardt-Villa. „Vor allem um die Jugendstilfassade tut es mir sehr leid. Wie um jedes Haus, das Merkmale der früheren Bäderarchitektur hat“, so Parchow. Er hatte die Historie des Hauses zusammengetragen, die auf einer Tafel davor angebracht war. Heute würden die alten Gebäude eben nicht mehr den Anforderungen von Urlaub und Aufenthalt genügen.
Investor betreibt Objekte selbst
In dem bereits begonnen Neubau am Ärztehaus sollen die ersten Gäste schon im nächsten Jahr einziehen können. Bis zum Sommer soll das Ferienhaus voraussichtlich fertiggestellt sein. Weiterverkauft wird es dann nicht. „Wir sind Bestandshalter, betreiben unsere Objekte alle selbst“, erklärt Christoph Schäfer.
In Sellin zählen dazu auch die Villa Fortuna in der Hauptstraße sowie die Villa Burg Siegfried in der Wilhelmstraße. Während das Appartementhaus Fortuna bereits innen aufwendig saniert wurde, soll auch die Burg Siegfried im nächsten Jahr im Inneren komplett modernisiert werden.
Balkonanlage und Türmchen nachgestalten
Im Ostseebad Binz gehört die Pension Hotel Merkur mit rund 30 Zimmern zu den aktuellen Bauvorhaben des Unternehmens. Das denkmalgeschützte Haus in der Schillerstraße soll ebenfalls im nächsten Jahr in Angriff genommen werden. „Wir wollen die alte Balkonanlage wieder nachgestalten und auch das Zwiebeltürmchen, das nie ersetzt wurde“, kündigt Schäfer an.
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