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OZ | Ostsee-Update - Badespaß im goldenen Herbst

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OZ | Ostsee-Update
Guten Tag liebe Leserinnen und Leser,
bei Ostsee-Urlaub denkt man an Baden. Trotz goldenen Oktobers traut sich jetzt aber nicht mehr jeder in die Fluten am Strand - verständlich bei 11 Grad Wasser- und Außentemperatur.
Da rücken die vielen schönen Spaßbäder in den Blick, die es in Mecklenburg-Vorpommern gibt. Meine Kollegin Claudia Labude-Gericke hat sich für Sie bei den Betreibern umgehört, wie der Betrieb in den Thermen nun in Corona-Zeiten gewährleistet wird.
Die gute Nachricht: Vieles ist möglich. Es gibt spezielle Zeitfester für Gäste und mit der 3-G-Regel (Geimpft, getestet oder genesen) darf jeder rein.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende im Urlaubsland Nummer eins - ob im Spaßbad oder beim sonnigen Strandspaziergang.
Herzlichst
Ihr Alexander Loew
Leitender Redakteur

Tank-Tourismus auf Usedom

So preiswert ist die neue Tankstelle hinter der Grenze
Wer billig tanken möchte, kann das seit Donnerstag unmittelbar hinter der deutsch polnischen Grenze tun. In Swinemünde hat eine neue Tankstelle aufgemacht. Am ersten Tag waren viele deutsche Fahrzeuge an den 20 Zapfsäulen zu sehen. Kein Wunder: Benzin und Diesel waren deutlich billiger als auf deutscher Seite.
(Foto: Cornelia Meerkatz)
(Foto: Cornelia Meerkatz)
Swinemünde. „Das Gelände ist ja hier nicht wiederzuerkennen. Die Polen haben ein Tempo beim Bauen drauf, da sollten sich die Deutschen eine Scheibe abschneiden“, sagt Hans-Joachim Kiekbusch aus Greifswald. Der 74-Jährige ist mit seiner Frau Renate am Donnerstagvormittag nach Swinemünde gekommen, um einzukaufen und zu tanken. „Ich habe in der OZ gelesen, dass die Tankstelle heute eröffnet wird, da wollten wir auch mal schauen. Und jetzt, wo nicht mehr ganz so viele Urlauber auf der Insel sind, ging das mit dem Stau auch halbwegs“, sagt das Paar.
55 Minuten brauchten Swinemünde-Besucher gestern von Wolgast über die Insel Usedom bis zum Einkaufspark. Lediglich in Heringsdorf ging es etwas langsamer und in Ahlbeck musste man bis zu zehn Minuten vor der Bauampel warten. 900 Meter Ortsdurchfahrt werden gebaut – bis 2024 soll alles fertig sein.
1,31 Euro für Benzin, 1,32 Euro für Diesel
Die lange Bauzeit liegt in den komplizierten Bodenverhältnissen, sämtliche Leitungen müssen ausgetauscht und neu verlegt werden. Die Kiekbuschs stört das nicht. Fast zwei Jahre seien sie wegen Corona nicht auf der polnischen Seite der Insel Usedom gewesen. „Sonst sind wir immer einmal im Monat hingefahren. Aber als es im Sommer wieder ging, waren die ganzen Urlauber da und der ganze Stau. Jetzt ist es entspannt“, meint die Gattin.
So wie den Greifswaldern geht es auch Kati Eckert aus dem Kreis Pinneberg. Sie genießt mit ihrer Enkelin Meila, die in die 1. Klasse geht, die allerersten Herbstferien auf Usedom. Ein Ausflug nach Polen gehört da zum Standardprogramm. Und weil das Tanken deutlich preiswerter als auf deutscher Seite sei, habe sie eine der 20 Zapfsäulen angesteuert. Kati Eckert weist auf die Anzeigetafel: 6 Zloty und 7 Groschen kostet Benzin. Umgerechnet sind das 1,31 Euro. Diesel kostet 6 Zloty und 11 Groschen, als 1,32 Euro. Nach ihren Worten liegen Welten zwischen den Preisen.
Die Frau hat recht: Am Nachmittag lag der Benzinpreis an der Tankstelle in Koserow auf Usedom bei 1,77 und der Dieselpreis bei 1,55 Euro. Das sind 46 Cent pro Liter Unterschied bei Benzin und 23 Cent bei Diesel. Tomasz Klimas, der Betreiber der Tankstelle im neuen Swinemünder Einkaufspark nur 200 Meter hinter der Grenze, setzt auf diesen Preisunterschied.
„Wir haben 24 Stunden geöffnet“
16 Angestellte arbeiten in der Tankstelle in drei Schichten rund um die Uhr. Es gibt drei Kassen, damit sich beim Bezahlen kein Stau bildet. „Wir haben 24 Stunden geöffnet und verkaufen ja nicht nur Kraftstoff“, sagt er und weist in den Laden. Er hofft, dass das viele deutsche Kunden registrieren.
Der Eröffnungstag hat sich gelohnt. An den 20 Zapfsäulen der neuen polnischen Tankstelle 200 Meter hinter der Grenze war ständig Betrieb, jedoch kein Stau. Noch fehlen einige Anzeigen. So bemängelten vor allem Deutsche, dass noch nicht wie an den Tankstellen am anderen Ende von Swinemünde die Kraftstoffpreise auch in Euro angegeben sind. „Das kommt noch, spätestens bis in drei Wochen. Ich muss nur erst die Anzeigetafeln besorgen“, versichert Tomasz Klimas, schnappt sich ein neues Tablet mit Häppchen und begrüßt die vorfahrenden Kunden.
Von Cornelia Meerkatz
Rügener Strandtoiletten

Darum wollen sie jetzt auch andere Gemeinden haben
Das Ostseebad Mönchgut auf der Insel Rügen hat offensichtlich den Nerv der Zeit getroffen. Die neuen öffentlichen Strandtoiletten im Dünenwald zwischen Lobbe und Thiessow erregen in anderen Gemeinden große Aufmerksamkeit. Warum sie ein Problemlöser sind und wo jetzt noch weitere Öko-Klos geplant sind.
(Foto: Gerit Herold)
(Foto: Gerit Herold)
Mönchgut. Die neuen Mönchguter Strandtoiletten – die Klos der Zukunft? Zumindest ist das Interesse von Gemeinden groß, die nach alternativen stillen Örtchen für nicht erschlossene Standorte suchen. Nach dem Bericht der OSTSEE-ZEITUNG über die beiden neuen Öko-Klos ohne Wasserverbrauch und Chemie im Ostseebad Mönchgut habe dort das Telefon kaum noch stillgestanden. Tourismusmanagerin Franziska Gustävel ist selbst überrascht.
Kurverwaltung Ahrenshoop war schon da
„Unsere Eco-Toiletten sind unfassbar eingeschlagen, es kamen zahlreiche schriftliche Anfragen aus allen Himmelsrichtungen des Landes.“ Die Kurverwaltung Ahrenshoop sei bereits da gewesen, um sich ein Bild zu machen. Am Donnerstag komme nun die Kurdirektorin von Koserow mit ihrem Bauhofleiter. Zudem seien beim Kommunentreffen zur digitalen Kurkarte im September Kollegen von Fehmarn, aus Dahme, von der Insel Pellworm oder aus Königstein vor Ort gewesen, die sich die Toiletten angeschaut haben und alle sehr angetan waren.
Die hellblauen, holzverkleideten stillen Örtchen sind frei zugänglich und befinden sich an einem der meist befahrensten Radwege Deutschlands in Höhe der Strandparkplätze 1 und 3 zwischen Lobbe und Thiessow. Die sogenannten Eco-Toiletten gibt es in MV bisher nur im Biberhof Ferienhof, einem Campingplatz an der Mecklenburgischen Seenplatte.
„Offensichtlich haben wir mit dem Anbieter und dem System den Nerv der Zeit getroffen und einen Problemlöser gefunden, denn im Endeffekt haben wir es alle mit den gleichen Sorgen zu tun: von uns wird eine gut ausgebaute und nachhaltige Infrastruktur in sensiblen Naturräumen nicht nur erwartet, sondern explizit gefordert“, so Franziska Gustävel. Das Zusammenspiel von Natur und Tourismus sei immer ein Ritt auf der Rasierklinge und man sei ständig bemüht, Lösungen zu finden, die allen Anspruchsgruppen gleichwohl gerecht werden. Meist seien dies Kompromisslösungen. „In diesem Fall haben wir aber tatsächlich etwas gefunden, womit wir allen Ansprüchen gerecht werden konnten“, freut sich die Tourismusmanagerin.
Neue Strandtoilette am Weststrand von Thiessow
Grundsätzlich seien auch alle Gäste bisher begeistert, da die modernen Klohäuschen nicht nur nachhaltig sind, sondern auch autark und sehr ansehnlich, so Gustävel. Deshalb wurde nun das WC-Konzept der Gemeinde überarbeitet. Nun werden drei weitere Eco-Toiletten angeschafft: Eine ist am Radweg zwischen Lobbe und Thiessow auf Höhe des Strandparkplatzes 2 geplant, die zweite auf dem Parkplatz in Groß Zicker und die dritte in Thiessow am Weststrand. Ursprünglich war vorgesehen, feste WC-Häuschen auf den drei Strandparkplätzen zu bauen und damit die Dixis zu ersetzten. Der Haken: Die Strandbesucher müssten die Straße überqueren.
„Wir werden bei der Ausstattung der neuen Eco-Toiletten noch einmal nachjustieren und auf Barrierefreiheit achten. Von außen werden sie sicher gleich aussehen“, so Gustävel. Die beiden schon vorhandenen WCs konnten aus Platzgründen nicht behindertengerecht gestaltet werden.
Baabe denkt über Öko-Klo am Hafen-Parkplatz nach
Auch im benachbarten Ostseebad Baabe ist die Öko-Toilette ein Thema. „Wir finden sie sehr praktisch. Sie passt sich gut in die Landschaft ein“, sagt Tourismusdirektorin Uta Donner. Es gibt Überlegungen, so ein WC-Häuschen auf dem Parkplatz am Bollwerk zu errichten. „Sehr viele Gäste nutzen bisher den Busch dort für die Notdurft. Das ist sehr unangenehm“, weiß Donner. Über Art und Umfang einer Öko-Toilette am Hafen und darüber, ob gekauft oder gemietet, herrsche aber noch keine Klarheit. Dies werde in einer der nächsten Ausschusssitzungen noch einmal beraten. „Die untere Naturschutzbehörde möchte bei der Suche nach dem geeigneten Standort einbezogen werden, kann sich grundsätzlich vorstellen, dass so eine Toilette zur Anwendung kommen darf“, so Donner.
Mehrmals die Woche gereinigt durch Dienstleister
Die Gemeinde Mönchgut hat ihre modernen Klohäuschen gekauft. Sie sind ganzjährig geöffnet und werden mehrmals die Woche durch einen Dienstleister aus Stralsund gereinigt, der exklusiv für die Herstellerfirma arbeitet. Am Ende des Jahres werde man überlegen, wie die Reinigungs- und Entleerungsintervalle funktioniert haben. Möglich, dass die Gemeinde die Reinigung einmal selbst übernimmt.
Auch drei WC-Festbauten geplant
Neben den neuen Öko-Klos wird es aber auch neue WC-Festbauten geben, die ebenfalls im kommenden Jahr errichtet werden. In Middelhagen und Gager werden sie auf den Parkplätzen entstehen. In Alt Reddevitz wird dafür ein Teil des alten Feuerwehrschuppens ausgebaut. Geplant sind barrierefreie Unisex-Toiletten mit Wickelmöglichkeit für Babys. „Da der Platz auf den Parkplätzen begrenzt ist, bauen wir so klein wie möglich und so groß wie nötig“, so Gustävel.
Von Gerit Herold
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